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ETF BasicsSparplan SetupCost-AverageEinsteigerLukas Berg, Finanzanalyst

Was ist der Cost-Average-Effekt? Und warum er überschätzt wird

Cost-Average-Effekt einfach erklärt: Was er wirklich bringt, warum er überschätzt wird und wann der Sparplan trotzdem die beste Wahl ist.

Was ist der Cost-Average-Effekt? Und warum er überschätzt wird

Was ist der Cost-Average-Effekt? Und warum er überschätzt wird

Du hast sicher schon mal gehört: „Beim Sparplan profitierst du vom Cost-Average-Effekt!" Klingt gut. Klingt nach einem echten Vorteil. Aber stimmt das wirklich — oder ist das einer der hartnäckigsten Mythen der Geldanlage?

Die ehrliche Antwort: Der Cost-Average-Effekt existiert. Aber er wird massiv überschätzt, falsch erklärt und manchmal sogar bewusst zur Werbung eingesetzt. In diesem Artikel erfährst du, was der Effekt wirklich bedeutet, wann er dir nutzt — und wann nicht.

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Was ist der Cost-Average-Effekt überhaupt?

Der Begriff „Cost-Average" kommt aus dem Englischen und bedeutet auf Deutsch so viel wie „Durchschnittskosteneffekt" oder auf Fachbegriff auch „Durchschnittskosteneffekt beim Ratenkauf". Das Prinzip ist simpel:

Wenn du jeden Monat den gleichen Betrag in einen ETF investierst, kaufst du bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger Anteile. Am Ende hast du automatisch einen günstigeren Durchschnittskaufkurs als wenn du jeden Monat die gleiche Anzahl von Anteilen gekauft hättest.

Das klingt wie Magie. Ist es aber nicht — es ist eine mathematische Konsequenz der Art, wie Durchschnittswerte funktionieren.

Ein konkretes Beispiel mit echten Zahlen

Stell dir vor, du investierst 3 Monate lang je 100 € in einen ETF:

Monat ETF-Kurs Gekaufte Anteile
Januar 10,00 € 10,00 Anteile
Februar 5,00 € 20,00 Anteile
März 20,00 € 5,00 Anteile

Ergebnis: - Gesamt investiert: 300 € - Gesamt Anteile: 35,00 - Durchschnittlicher Kaufkurs: 300 € ÷ 35 = 8,57 €

Der einfache Durchschnitt der drei Kurse läge bei (10 + 5 + 20) ÷ 3 = 11,67 €. Du hast also tatsächlich günstiger eingekauft als der arithmetische Mittelwert der Kurse — weil du bei niedrigen Kursen automatisch mehr gekauft hast.

Das ist der Cost-Average-Effekt. Er ist real, mathematisch korrekt und funktioniert genau so wie beschrieben.

Der mathematische Hintergrund (für Neugierige)

Was hier passiert, nennt man in der Mathematik den Unterschied zwischen arithmetischem und harmonischem Mittelwert. Beim kostenfixen Sparplan ergibt sich automatisch der harmonische Mittelwert der Kaufkurse — der ist immer kleiner oder gleich dem arithmetischen Mittelwert, solange die Kurse schwanken.

Mit anderen Worten: Solange der Markt nicht immer gleichförmig steigt, profitierst du mathematisch von dieser Eigenschaft. Das ist keine Einbildung, sondern Geometrie.


Warum er trotzdem massiv überschätzt wird

Jetzt kommt der Teil, den dir kaum jemand erklärt: Der Cost-Average-Effekt ist kein Rendite-Boost. Er ist ein statistisches Nebenprodukt regelmäßigen Sparens — und kein Alleinstellungsmerkmal von Sparplänen.

Problem 1: Der falsche Vergleich

Wenn Berater sagen „Sparplan schlägt Einmalanlage wegen Cost-Average", dann vergleichen sie Äpfel mit Birnen. Der richtige Vergleich wäre: Du hast 12.000 € zur Verfügung und legst entweder alles auf einmal an oder monatlich je 1.000 €.

Historisch gesehen hat die Einmalanlage in etwa 68-75% der rollierenden 12-Monats-Perioden besser abgeschnitten als der gestreckte Einstieg — weil Märkte langfristig und statistisch öfter steigen als fallen. Wer sofort voll investiert ist, profitiert einfach länger vom Markt.

Das ist kein Angriff auf Sparpläne. Es bedeutet nur: Der Cost-Average-Effekt ist kein Argument für höhere Renditen. Es gibt bessere Gründe für einen Sparplan — dazu gleich mehr.

Problem 2: Der Effekt braucht Volatilität

Steigt der Markt jeden Monat gleichmäßig nach oben — zum Beispiel um exakt 1% pro Monat ohne Schwankungen? Dann kaufst du jeden Monat teurer, und der Effekt ist mathematisch null. Du kaufst später nicht günstiger als früher.

Der Cost-Average-Effekt hilft dir nur bei stark schwankenden Märkten — und selbst dann nur, wenn der Kurs am Ende höher steht als beim Start. Einen dauerhaft sinkenden Markt überlistet auch der Sparplan nicht.

Problem 3: Er wird als Risikoschutz verkauft, ist aber keiner

„Dank Cost-Average musst du dir keine Sorgen um den richtigen Einstiegszeitpunkt machen!" — Das stimmt nur zur Hälfte. Du verteilst das Timing-Risiko auf viele verschiedene Kaufzeitpunkte, statt alles auf einen Punkt zu setzen. Das ist tatsächlich ein echter Vorteil.

Aber: Es ist Risikoreduktion durch Diversifikation im Zeitverlauf, nicht ein mystischer Schutzschild. Und diese Risikoreduktion hat ihren Preis — im Durchschnitt etwas weniger Rendite verglichen mit der Einmalanlage.

Problem 4: Niemand investiert wirklich „statt Einmalanlage"

Das vielleicht wichtigste Argument: Die meisten Menschen haben gar keine 20.000 € auf der Hand, die sie anlegen könnten. Sie haben ein monatliches Gehalt und können 200 oder 500 € pro Monat zurücklegen. Für diese Menschen ist die Entscheidung gar nicht „Sparplan vs. Einmalanlage", sondern „Sparplan vs. gar nicht investieren."

In diesem Kontext ist der Cost-Average-Effekt schlicht irrelevant — der Sparplan ist alternativlos.


Was der Sparplan wirklich bringt (und das ist beeindruckend)

Wenn der Cost-Average-Effekt nicht das Hauptargument für Sparpläne ist — was dann? Hier sind die echten Stärken:

1. Automatismus schlägt Disziplin

Wenn der Sparplan monatlich automatisch von deinem Konto abgebucht wird, triffst du keine emotionalen Entscheidungen mehr. Du verkaufst nicht aus Angst, wenn der Markt einbricht. Du kaufst nicht aus Gier, wenn alle euphorisch sind. Du kaufst auch dann, wenn es sich schlecht anfühlt.

Und genau das ist wertvoll. Studien zeigen immer wieder, dass die durchschnittliche Rendite privater Anleger deutlich unter der Marktrendite liegt — weil sie zum falschen Zeitpunkt kaufen und verkaufen. Der Sparplan macht das unmöglich.

2. Sparen aus laufendem Einkommen

Die meisten Menschen bauen Vermögen nicht aus einem großen Einmalbetrag auf, sondern Schritt für Schritt aus ihrem monatlichen Einkommen. Ein ETF-Sparplan ist das ideale Werkzeug dafür — du brauchst kein Wissen, keine aktive Entscheidung, kein perfektes Timing. Du stellst ihn einmal ein und vergisst ihn.

3. Der Zinseszins — der eigentliche Wundermechanismus

Was dein Depot wirklich wachsen lässt, ist nicht der Cost-Average-Effekt. Es ist der Zinseszins — die exponentielle Wirkung von Zeit mal Rendite.

Ein konkretes Rechenbeispiel:

Du sparst 300 € pro Monat über 30 Jahre bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 7%:

  • Eingezahlt: 108.000 €
  • Endkapital: ca. 365.000 €
  • Gewinn durch Zinseszins: ca. 257.000 €

Mehr als das Doppelte deiner Einzahlungen — nicht wegen Cost-Average, sondern wegen der Zeit und der Kraft des Zinseszinses. Mit 7% Jahresrendite verdoppelt sich dein Kapital alle ~10 Jahre. Nach 30 Jahren steckt der Großteil deines Endkapitals in Zinsen auf Zinsen auf Zinsen.

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4. Einstieg auch mit wenig Kapital

Neobroker wie Scalable Capital, Trade Republic oder ING bieten ETF-Sparpläne ab 1 € oder 25 € monatlich an. Der Cost-Average-Effekt interessiert dabei niemanden — aber die Möglichkeit, überhaupt mit kleinem Geld anzufangen und früh zu starten, ist Gold wert.

Wer mit 25 statt 35 Jahren mit 100 € monatlich startet, hat am Ende deutlich mehr — obwohl er insgesamt 12.000 € mehr einzahlt, ist das Endkapital aufgrund der längeren Zinseszins-Zeit wesentlich höher.


Cost-Average im Vergleich zu anderen Investment-Strategien

Um den Effekt besser einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf andere Strategien, die ähnliche Ziele verfolgen:

Value Averaging: Die aktivere Alternative

Beim sogenannten Value Averaging investierst du nicht jeden Monat den gleichen Betrag, sondern so viel, dass dein Depot um einen bestimmten Betrag wächst. Ist der Markt gesunken, investierst du mehr. Ist er gestiegen, investierst du weniger — manchmal sogar gar nichts oder du verkaufst.

Das klingt nach einem verbesserten Cost-Average-Ansatz und ist es mathematisch auch in bestimmten Szenarien. Die Praxis zeigt aber: Es erfordert aktives Monitoring, Disziplin zum Verkaufen in guten Zeiten, und ausreichend Liquiditätspuffer. Für die meisten Privatanleger ist das zu komplex und fehleranfällig.

Der einfache Sparplan mit konstanten Beträgen — also klassischer Cost-Average — ist in der Praxis oft überlegen, weil er keine aktiven Entscheidungen erfordert.

Lump Sum Investing: Direkt rein

Die Einmalanlage (auch „Lump Sum Investing" genannt) ist die akademisch gut untersuchte Alternative. Wie bereits erwähnt: In Märkten mit Aufwärtstendenz performt sie statistisch besser. Wenn du also ein größeres Kapital zur Verfügung hast, ist die rationale Antwort meist: investiere jetzt, nicht gestaffelt.

Die Ausnahme: Wenn du einen erheblichen Anteil deines Gesamtvermögens investierst — sagen wir, du hast 50.000 € gespart und legst jetzt 40.000 € an — ist es psychologisch sinnvoll, zumindest über 3–6 Monate zu strecken. Der mögliche Renditenachteil ist kleiner als der emotionale Schaden eines schlechten Timings, der dich zum Ausstieg verleitet.

Buy and Hold: Die Kernstrategie

Was wirklich zählt, ist nicht Cost-Average vs. Einmalanlage — sondern Buy and Hold: kaufen, halten, nicht verkaufen. Egal welchen Weg du reinkommst, entscheidend ist, dass du investiert bleibst und nicht bei jedem Rücksetzer die Nerven verlierst.

Die historische Rendite des MSCI World von ca. 8–10% p.a. (nominal) steht nur denen zu, die dabei geblieben sind. Wer bei jeder Krise verkauft und beim nächsten Hoch wieder einsteigt, zerstört seine Rendite systematisch.


Einmalanlage vs. Sparplan: Was ist besser für dich?

Diese Frage beschäftigt viele. Die ehrliche Antwort: Es kommt auf deine Situation an.

Wenn du eine größere Summe hast (Erbschaft, Bonus, Verkaufserlös)

Statistisch gesehen wäre die Einmalanlage die rational überlegene Wahl — weil Märkte langfristig nach oben tendieren und du sofort vollständig von der Marktrendite profitierst.

Aber: Psychologie ist real. Wenn du 20.000 € auf einmal investierst und der Markt dann 3 Monate lang 20% einbricht, schläfst du vielleicht schlecht. Vielleicht verkaufst du sogar — und das wäre der schlechteste aller möglichen Fehler.

Ein gestaffelter Einstieg über 6–12 Monate reduziert dieses emotionale Risiko. Du investierst auch beim Crash weiter, weil du weißt, dass nach dem Crash wieder Kapital kommt. Das kostet im Schnitt ein bisschen Rendite — schützt aber vor dem schlimmsten Fehler.

Wenn du monatliches Einkommen investierst

Dann hast du keine Wahl: Du investierst regelmäßig, weil das Geld regelmäßig kommt. Hier ist der Sparplan natürlich das richtige Instrument — nicht wegen Cost-Average, sondern weil er zu deiner Lebensrealität passt.

Die hybride Strategie (wie sie Fortgeschrittene machen)

Viele erfahrene Privatanleger kombinieren beide Ansätze:

  1. Vorhandenes Kapital → Einmalanlage sofort oder über 3–6 Monate gestaffelt
  2. Monatliches Überschusseinkommen → Sparplan automatisch

Diese Kombination ist rational und psychologisch sinnvoll. Du profitierst von sofortiger Marktexponierung bei größeren Beträgen und von automatischer Disziplin bei laufendem Einkommen.


Wann der Cost-Average-Effekt tatsächlich hilft

Wir haben viel darüber gesprochen, was der Effekt nicht ist. Aber es gibt Szenarien, in denen er dir wirklich nutzt:

Szenario: Crashjahr mit Erholung

Nehmen wir 2022 als Beispiel. Der MSCI World fiel von Januar bis Oktober um ca. 20%. Wer monatlich gespart hat, kaufte in dieser Phase jeden Monat günstiger — und hatte am Ende des Jahres deutlich mehr Anteile als jemand, der im Januar eine Einmalanlage gemacht hatte.

Als der Markt 2023 dann um fast 25% stieg, profitierte der Sparplan-Anleger von seiner größeren Anteilszahl überproportional. Das ist der Cost-Average-Effekt in Reinform — und er ist bei Crashs mit anschließender Erholung sehr wertvoll.

Szenario: Seitwärtsmarkt mit hoher Volatilität

Auch in Phasen, in denen der Markt insgesamt seitwärts läuft, aber stark schwankt (z.B. 2011–2012 Eurokrise), hilft regelmäßiges Investieren: Du kaufst bei jedem Rücksetzer nach, ohne darüber nachdenken zu müssen.

Szenario: Persönliche Gelassenheit

Wenn dich Marktkorrekturen nervös machen und du dazu neigst, bei schlechten Nachrichten zu verkaufen, dann ist der Sparplan-Mechanismus besonders wertvoll. Du investierst automatisch — auch bei schlechten Nachrichten. Das ist psychologisch betrachtet oft mehr wert als eine optimale Einmalanlage, aus der du im nächsten Crash aussteigst.


So berechnest du deinen eigenen Cost-Average-Vorteil

Willst du konkret wissen, wie viel dir der Cost-Average-Effekt in einer bestimmten Periode gebracht hat? Das lässt sich exakt berechnen.

Schritt 1: Addiere alle deine Einzahlungen. Das ist dein gesamtes eingesetztes Kapital.

Schritt 2: Zähle alle gekauften Anteile zusammen.

Schritt 3: Teile Kapital durch Anteile. Das ist dein tatsächlicher Durchschnittskaufkurs.

Schritt 4: Berechne den einfachen arithmetischen Mittelwert aller Kurse, zu denen du gekauft hast.

Schritt 5: Die Differenz zwischen Schritt 4 und Schritt 3 ist dein Cost-Average-Vorteil pro Anteil. Multipliziert mit deiner Anteilszahl ergibt das den absoluten Vorteil in Euro.

In der Praxis ist dieser Vorteil in ruhigen Märkten marginal — in Crash-Phasen mit anschließender Erholung kann er mehrere Hundert Euro ausmachen.

Interessanter als dieser Rückblick ist jedoch die Vorausschau: Wie viel Kapital wirst du in 10, 20 oder 30 Jahren haben? Welchen Unterschied macht eine Erhöhung deiner Sparrate um 50 € monatlich? Diese Fragen beantwortet dir unser Rechner in Sekunden.

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Typische Missverständnisse im Schnelldurchlauf

„Beim Sparplan kann ich nie falsch einsteigen." → Du streckst das Timing-Risiko. Das ist gut, aber du hast keinen einzigen perfekten Einstiegspunkt — nur viele mittelmäßige.

„Der Cost-Average-Effekt multipliziert meine Rendite." → Er senkt deinen Durchschnittskaufkurs verglichen mit fixem Anteilskauf. Das ist ein Plus — aber kein Rendite-Multiplikator.

„Mit Sparplan ist ein Crash weniger schlimm." → Dein Depotwert fällt trotzdem. Aber du kaufst günstiger nach und profitierst stärker von der Erholung. Das ist der echte Vorteil.

„Der Effekt funktioniert am besten bei sehr schwankenden ETFs." → Stimmt mathematisch — aber volatile Einzelaktien-Investments mit dem Cost-Average-Argument zu begründen ist gefährlich. Bei ETFs, die gut diversifiziert sind, macht das Sinn. Bei spekulativen Einzelwetten nicht.


FAQ: Cost-Average-Effekt

Gibt es den Cost-Average-Effekt wirklich? Ja, mathematisch ist er real. Wenn du regelmäßig den gleichen Betrag investierst, kaufst du bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen weniger — das ergibt einen günstigeren Durchschnittskurs als wenn du immer die gleiche Anzahl Anteile kaufen würdest. Das lässt sich exakt berechnen.

Funktioniert der Cost-Average-Effekt auch bei fallenden Märkten? Ja, sogar besonders gut — du kaufst immer günstiger nach. Aber wenn der Kurs nie wieder steigt, nützt dir auch der günstige Durchschnittskurs nichts. Langfristig (20+ Jahre) sind globale Aktien-ETFs historisch immer gestiegen und haben Krisen überstanden.

Ist eine Einmalanlage besser als ein Sparplan? Bei ausreichendem Kapital statistisch ja, in 68-75% der historischen Perioden. Psychologisch und im Hinblick auf regelmäßiges Einkommen sind Sparpläne aber oft die bessere Wahl. Und wer kein größeres Kapital zur Einmalanlage hat, hat schlicht keine Alternative.

Wie hoch sollte mein monatlicher Sparbetrag sein? Als Faustregel: 10–20% des Nettoeinkommens. Schon 50 € monatlich über 30 Jahre ergeben bei 7% Rendite mehr als 58.000 €. Mit 200 € kommt man auf über 230.000 €. Der wichtigste Faktor ist die Regelmäßigkeit, nicht die Höhe.

Beeinflusst der Cost-Average-Effekt meine Steuern? Nein, die Steuerrechnung berücksichtigt den tatsächlichen Kaufkurs der einzelnen Anteile (FIFO-Prinzip in Deutschland). Du wirst nicht pauschal mit dem Durchschnittskurs besteuert. Die Vorabpauschale und Abgeltungssteuer gelten unabhängig davon, wie du investiert hast.

Kann ich den Cost-Average-Effekt bei Einzelaktien nutzen? Theoretisch ja, praktisch sehr riskant. Bei Einzelaktien kann ein Unternehmen insolvent gehen — dann kaufst du immer billiger nach und verlierst am Ende alles. Bei breit diversifizierten globalen ETFs mit hunderten bis tausenden Unternehmen ist dieses Risiko praktisch nicht vorhanden.


Fazit: Sparpläne ja — aber aus den richtigen Gründen

Der Cost-Average-Effekt ist kein Zaubertrick. Er ist ein mathematisches Nebenprodukt des regelmäßigen Investierens — nützlich als psychologischer Puffer und Schutz vor schlechtem Timing, aber kein Rendite-Booster.

Wer Sparpläne mit falschen Erwartungen startet, wird irgendwann enttäuscht und fragt sich, warum „der Effekt" nicht funktioniert hat. Wer die echten Vorteile kennt, investiert mit klarem Kopf und bleibt auch in turbulenten Phasen dabei.

Die echten Stärken eines ETF-Sparplans:

  • Automatismus — investiert auch wenn du keine Lust oder Nerven hast
  • Disziplin durch System — du kaufst auch im Crash, nicht nur bei Euphorie
  • Niedrige Einstiegshürde — schon ab 25 oder 50 € monatlich sinnvoll
  • Zinseszins-Effekt — Zeit ist der mächtigste Hebel deines Vermögensaufbaus
  • Kein Fachwissen nötig — einmal einrichten, dann laufen lassen

Versteh den Cost-Average-Effekt als netten Bonus — nicht als Hauptargument. Dann nutzt du deinen Sparplan mit realistischen Erwartungen und wirst langfristig nicht enttäuscht sein.

Der wichtigste Schritt ist der erste: Einen Sparplan einrichten und dann laufen lassen. Was das in deinem konkreten Fall bedeutet — wie viel Endkapital dich mit welcher Rate in wie vielen Jahren erwartet — kannst du jetzt sofort ausrechnen:


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Vergangene Renditen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

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