Neobroker vs. Direktbank: Wo solltest du deinen ETF Sparplan einrichten?
Neobroker oder Direktbank für deinen ETF Sparplan? Trade Republic, ING, DKB im ehrlichen Vergleich — mit Kosten, ETF-Auswahl und konkreter Empfehlung.

Neobroker vs. Direktbank: Wo solltest du deinen ETF Sparplan einrichten?
Du willst endlich mit dem ETF-Sparen starten — aber dann die erste Hürde: Wo eigentlich? Trade Republic, Scalable Capital, ING, DKB, Consorsbank — die Auswahl ist riesig und jeder schwört auf seinen Broker. Dieser Artikel räumt mit dem Wirrwarr auf.
Spoiler: Es gibt keine universell "beste" Antwort. Aber nach diesem Artikel weißt du genau, welcher Broker zu dir passt — und warum die Kosten oft weniger entscheidend sind als du denkst.
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Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Neobroker und Direktbank?
Bevor wir vergleichen: kurze Definitionen — ohne Buzzwords.
Neobroker
Neobroker sind digitale Broker, die ausschließlich per App funktionieren und auf maximale Kosteneffizienz ausgelegt sind. Typische Vertreter in Deutschland: Trade Republic, Scalable Capital, Justtrade.
Kernmerkmale: - Sparplan oft kostenlos oder sehr günstig (0,00 € bis 0,99 € pro Ausführung) - Reines App-Erlebnis — kein Filialnetz, kaum Telefon-Support - Fokus auf ETFs und Aktien — keine komplexen Finanzprodukte - Gegründet 2015–2020, deutlich jünger als etablierte Banken - BaFin-reguliert, Einlagensicherung vorhanden - Meist moderne Benutzeroberfläche, schnelle Kontoeröffnung (oft in 10 Minuten)
Neobroker haben den deutschen Markt in den letzten fünf Jahren radikal verändert: Sparplankosten, die früher bei 1–2% lagen, sind auf fast null gefallen. Das ist gut für alle Anleger — auch wenn du letztlich bei einer Direktbank bleibst.
Direktbanken
Direktbanken sind etablierte Banken ohne Filialen, die komplett online operieren — aber mit deutlich breiterem Angebot als Neobroker. Typische Vertreter: ING (früher ING-DiBa), DKB, Comdirect (Commerzbank-Tochter), Consorsbank.
Kernmerkmale: - Sparplan kostet meist 0,00 € bis 1,50 € pro Ausführung - Vollständige Bankfunktionen: Girokonto, Tagesgeld, Kredit, Wertpapierhandel - Besserer Kundenservice (Telefon, Chat, manchmal Filialen über Partnerbanken) - Jahrzehnte alt — etablierte Prozesse, stabile IT - Breiteres ETF-Angebot (teils 1.500+ besparbare ETFs) - Steuerliche Abwicklung meist sehr zuverlässig
Die wichtige Unterscheidung: Eine Direktbank ist auch eine echte Bank. Du kannst dein Gehalt dort einzahlen, einen Dispo haben und alles aus einer Hand managen. Ein Neobroker ist primär ein Broker — auch wenn manche inzwischen Girokonten anbieten.
Die wichtigsten Kriterien im Vergleich
1. Sparplan-Kosten — der häufig überschätzte Faktor
Ja, Kosten sind wichtig. Aber lass uns ehrlich sein: Bei einem Sparplan von 200 €/Monat sind 0,99 € Sparplangebühr 0,495% Kosten pro Ausführung. Das ist relevant. 0,00 € ist natürlich besser.
Aber: Der Unterschied zwischen 0 € und 1 € pro Ausführung über 30 Jahre? Bei 200 €/Monat sind das 360 € gesamt — nicht pro Jahr, sondern über die gesamte Laufzeit. Das klingt nach viel, in Relation zum Endkapital (rund 226.000 € bei 7% Rendite) sind das lächerliche 0,16%.
Vergleich typischer Sparplan-Konditionen (Stand Februar 2026):
| Broker | Typ | Sparplan-Kosten | Mindest-Sparrate | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | Neobroker | 0,00 € | 1 € | + Zinsen aufs Cash |
| Scalable Free | Neobroker | 0,99 € | 1 € | Kein Abo nötig |
| Scalable Prime+ | Neobroker | 0,00 € | 1 € | 4,99 €/Mo Abo |
| Justtrade | Neobroker | 0,00 € | 25 € | Weniger ETFs |
| ING | Direktbank | 0,00 € (Aktions-ETFs) / 1,75% | 1 € | Großes Girokonto-Ökosystem |
| DKB | Direktbank | 1,50 € | 10 € | Sehr guter Support |
| Consorsbank | Direktbank | 0,00 € (Aktions-ETFs) / 1,50 € | 10 € | Breites ETF-Angebot |
| Comdirect | Direktbank | 1,50 € (Standard) | 25 € | Top Analysetools |
Wichtiger Hinweis zu ING und Consorsbank: Die "Aktions-ETFs" umfassen alle wichtigen Indizes (MSCI World, FTSE All-World, S&P 500, EM) von iShares, Vanguard und Xtrackers. Wer keine Nischen-ETFs braucht, zahlt effektiv 0 €.
Takeaway: Kosten sind bei Neobroker und großen Direktbanken inzwischen minimal. Das sollte nicht dein Hauptkriterium sein — es sei denn, du hast viele parallele Sparpläne.
2. ETF-Auswahl — was du wirklich besparen kannst
Hier gibt es echte Unterschiede, die aber für die meisten Einsteiger irrelevant sind.
Neobroker: Trade Republic bietet rund 1.500 besparbare ETFs. Scalable Capital hat ein ähnlich breites Angebot. Für Standard-Strategien (World, Developed Markets, Emerging Markets, Bonds) ist alles vorhanden. Exotischere ETFs — einzelne Länder, Nischen-Branchen, Faktor-ETFs auf spezielle Indizes — fehlen manchmal oder sind nur als Einmalkauf verfügbar.
Direktbanken: ING hat rund 900 besparbare ETFs (davon etwa 200 kostenlos). Comdirect und Consorsbank führen mit 1.500–2.000 besparbare ETFs das Feld an. Wer ein Multi-Faktor-Portfolio aufbauen will (Value, Size, Momentum, Quality als separate ETFs), ist bei Direktbanken besser aufgehoben.
Konkrete Faustregel: - Ein ETF (World oder ACWI): Jeder Broker reicht - Zwei bis drei ETFs (World + EM + Bonds): Jeder Broker reicht - Fünf oder mehr ETFs mit Faktor-Tilt: Comdirect oder Consorsbank schauen
3. Zinsen aufs Verrechnungskonto — der unterschätzte Vorteil
Das ist der Faktor, der die Rechnung am meisten verschiebt — und den viele ignorieren.
Trade Republic zahlt aktuell 2,0% p.a. auf das Cash-Guthaben bis 50.000 € (variabel, an den EZB-Einlagensatz gekoppelt). Das funktioniert wie ein automatisches Tagesgeldkonto. Geld, das du heute auf das Konto überweist und erst nächste Woche investiert wird, verzinst sich automatisch.
Scalable Capital (Prime+) bietet ähnliche Konditionen auf nicht investiertes Guthaben — als Teil des Abo-Modells.
Klassische Direktbanken: Meist 0% auf dem Verrechnungskonto. Tagesgeld muss separat geführt werden. Das bedeutet: Geld, das auf dem Broker-Verrechnungskonto liegt, arbeitet nicht.
Rechenbeispiel: Du hast dauerhaft 3.000 € auf dem Verrechnungskonto als Puffer (z.B. weil du quartalsweise überweist). Bei 2% Zinsen sind das 60 € pro Jahr — in drei Jahren 180 €. Das übersteigt die Gesamtkosten eines DKB-Sparplans bei kleinen Sparraten.
Fazit: Wenn du regelmäßig Geld auf dem Konto parken willst, ist der Zinsvorteil ein echter Faktor. Trade Republic ist hier aktuell führend.
4. Benutzeroberfläche & App-Qualität
Das ist subjektiv, aber entscheidend für deine Sparplan-Disziplin.
Trade Republic App: Gilt branchenweit als beste Investment-App in Deutschland. Extrem intuitiv, schnelle Ausführung, gute Übersicht. Checkout-Flow für Sparplan-Einrichtung in unter 3 Minuten. Schwäche: kein richtiges Desktop-Interface, Portfolio-Analyse sehr basic.
Scalable Capital App: Funktional, aber weniger elegant als Trade Republic. Dafür mehr Analysetools, bessere Watchlists, Trading-Charting für aktive Anleger.
ING App: Solide, deckt alle Banking-Features ab. ETF-Sparplan-Einrichtung etwas verschachtelt im Menü. Für jemanden, der auch sein Girokonto dort hat: kein Problem.
DKB App: Hat in den letzten Jahren aufgeholt, aber fühlt sich noch etwas traditioneller an. Desktop-Oberfläche hingegen sehr gut.
Comdirect: Sehr gute Desktop-Oberfläche mit echten Analyse-Tools. Mobile App durchschnittlich. Für aktive Anleger mit Börsen-Affinität interessant.
Die ehrliche Empfehlung: Wenn du ausschließlich einen Sparplan bedienst und nicht aktiv tradest, ist die App-Qualität nur dann relevant, wenn sie dich nervt. Trade Republic und ING sind hier am reibungslosesten.
5. Kundensupport — wenn es wirklich brennt
Das wird bei der Broker-Eröffnung gerne ignoriert und beim ersten Problem dringend vermisst.
Typische Situationen, bei denen du Support brauchst: - Du willst das Depot auf eine andere Bank übertragen - Fehlbuchung oder falsche Steuerabrechnung - Dein Konto wurde gesperrt (z.B. nach Sicherheitscheck) - Du willst eine Erbschaft abwickeln oder einen Minderjährigen-Account eröffnen - Fragen zur Jahressteuerbescheinigung
Neobroker: Meist nur Chat in der App und E-Mail. Wartezeiten können bei viel Betrieb lang sein (stundenlang). Telefonischen Support gibt es kaum oder nur für ernsthafte Notfälle. Erfahrungsberichte bei Depotübertragungen und steuerlichen Sonderfällen sind gemischt.
Direktbanken: Telefon, Chat, E-Mail — alle Kanäle verfügbar. ING und DKB haben guten Ruf. Depotübertragungen laufen professioneller ab. Steuerliche Bescheinigungen kommen pünktlich und vollständig.
Meine Einschätzung: Für einen normalen MSCI World Sparplan brauchst du Support vielleicht einmal in drei Jahren — wenn überhaupt. Das Support-Argument ist bei einfachen Strategien kein Dealbreaker. Wenn du aber weißt, dass du komplexere Anforderungen hast (Depot für Kinder, Schenkungen, viele verschiedene Wertpapiere), ist eine Direktbank sicherer.
6. Depot-Übertragung: Wechsel ist immer möglich
Eine Entscheidung jetzt ist keine Entscheidung für immer. Depot-Übertragungen sind in Deutschland gesetzlich geregelt, kostenlos beim aufnehmenden Broker, und der abgebende Broker muss mitspielen.
Was bei einer Übertragung passiert: - ETF-Positionen werden 1:1 übertragen (du verkaufst nichts, kein Steuer-Trigger) - Einstandskurse (Anschaffungskosten) werden mit übertragen — wichtig für spätere Steuerberechnung - Dauert meist 2–4 Wochen - Bestehende Sparpläne müssen beim neuen Broker neu eingerichtet werden
Praktisch: Fang bei Trade Republic an, und wenn du später mehr brauchst, wechselst du. Die Kosten des Wechsels sind minimal — aber die Kosten des Nicht-Startens sind real.
7. Sicherheit und Einlagensicherung: Fakten statt Angst
Immer wieder höre ich: "Ist Trade Republic wirklich sicher? Die sind doch so jung." Lass uns das mit Zahlen klären.
ETFs als Sondervermögen: Das ist das Wichtigste. Deine ETF-Anteile gehören dir — sie sind nicht Teil der Bilanz des Brokers. Wenn Trade Republic oder DKB morgen insolvent wären, werden deine ETFs auf einen anderen Broker übertragen. Das ist EU-weit gesetzlich so geregelt (§ 70 WpHG).
Cash auf dem Verrechnungskonto: Bis 100.000 € durch die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert (EU-Richtlinie, in Deutschland umgesetzt). Gilt für alle lizenzierten Broker.
BaFin-Regulierung: Trade Republic, Scalable Capital, ING, DKB — alle haben eine vollständige BaFin-Lizenz und werden laufend überwacht. Es gibt keine regulatorische Unterscheidung zwischen "alt" und "jung".
Fazit: Ein Neobroker ist für ETF-Sparpläne nicht unsicherer als eine etablierte Direktbank. Die Angst ist verständlich, aber nicht faktenbasiert.
Wer passt zu wem? Die ehrliche Empfehlung
Trade Republic — für Einsteiger und Minimalisten
Passt wenn: - Du einfach anfangen willst ohne viel Recherche und Vergleich - Du einen MSCI World, FTSE All-World oder S&P 500 besparst - Du das Cash-Guthaben automatisch verzinsen willst - Du gerne alles per App erledigst - Dein Sparplan liegt bei 25–500 €/Monat - Du weniger als 4–5 parallele Sparpläne führst
Nicht ideal wenn: - Du exotische ETFs oder Faktor-Strategien mit vielen Bausteinen willst - Du komplexen telefonischen Support brauchst - Du ein vollwertiges Desktop-Portfolio-Tool bevorzugst
Scalable Capital — für aktive Multi-Sparplaner
Passt wenn: - Du bereit bist, 4,99 €/Monat für Flatrate-Sparpläne zu zahlen (ab 5 Sparplänen = günstiger als Trade Republic für viele) - Du aktiv auch Einzelaktien kaufst, nicht nur Sparpläne - Du die Zinsen auf Cash willst UND flexiblen Handel schätzt - Du ein etwas breiteres ETF-Angebot benötigst als bei Trade Republic
Hinweis: Der Free Broker (ohne Abo) mit 0,99 € pro Ausführung ist teurer als Trade Republic bei mehreren Sparplänen. Prime+ rechnet sich erst ab 5+ Sparplänen im Monat.
ING — für die, die Vertrauen und Vollbank wollen
Passt wenn: - Du bereits ein ING-Girokonto hast — kein Extra-Konto, keine Extra-Überweisungen - Du Aktions-ETFs besparst (kostenlos, große Auswahl der wichtigsten Indizes) - Du guten Telefon-Support schätzt - Du das Depot irgendwann übertragen, vererben oder aufteilen könntest - Du das Gefühl willst, bei einer "richtigen Bank" zu sein
Achtung: Nicht-Aktions-ETFs bei ING kosten 1,75% der Sparrate — das ist zu teuer. Bei ING also immer prüfen ob dein Wunsch-ETF in der Aktionsliste ist.
DKB — für Gehaltsempfänger mit einfacher Strategie
Passt wenn: - Du das DKB-Girokonto bereits hast (Millionen Deutsche) - Du keine Zeit für einen Extra-Broker hast - Du auf Stabilität und bewährte Prozesse setzt - Dein Sparplan liegt bei 100 €/Monat oder mehr (1,50 € Kosten = 1,5% oder weniger)
Rechenbeispiel: Bei 100 €/Monat kostet DKB 18 € im Jahr. Das ist 1,5% der jährlichen Sparrate — zu viel. Bei 500 €/Monat sind es 18 € = 0,3% der Sparrate — akzeptabel.
Comdirect / Consorsbank — für Fortgeschrittene mit komplexen Strategien
Passt wenn: - Du ein Multi-ETF-Portfolio mit 5+ Bausteinen aufbaust (Value, Momentum, Quality, etc.) - Du aktiv tradest und echte Analyse-Tools brauchst - Du auch Einzelaktien, Optionsscheine oder CFDs handeln willst - Du das breiteste ETF-Angebot benötigst
Für reine ETF-Sparplaner: In der Regel Overkill. Die günstigeren Alternativen machen alles was nötig ist.
Häufige Fehler bei der Broker-Wahl
Fehler 1: Zu viele Broker gleichzeitig eröffnen
"Ich nehme Trade Republic UND Scalable UND ING — dann bin ich flexibel und kann vergleichen."
Das klingt schlau, ist aber kontraproduktiv. Mehrere Broker bedeuten: mehrere Freistellungsaufträge aufteilen, mehrere Jahressteuerbescheinigungen, mehrere Apps überwachen. Die mentale Komplexität steigt, die Übersicht sinkt. Fang mit einem an, optimiere später.
Fehler 2: Den günstigsten Broker wählen statt den besten für dich
0,00 € Sparplankosten nutzt dir nichts, wenn der Broker eine schlechte App hat und du das Depot nie öffnest oder nie nachschaust. Benutzerfreundlichkeit erhöht die Sparplan-Disziplin — und die ist wichtiger als 1 € Gebühr pro Monat.
Fehler 3: Warten auf den "perfekten" Moment
"Ich warte noch, bis die Zinsen besser sind / der neue Broker den Markt aufmischt / die App endlich gut genug ist."
Das ist der teuerste Fehler. Ein Jahr Verzögerung bei 200 €/Monat und 7% Rendite kostet dich über 20 Jahre rund 8.700 € entgangene Rendite. Kein Broker-Wechsel holt das je rein.
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Fehler 4: Freistellungsauftrag vergessen
Bei jedem Broker musst du einen Freistellungsauftrag einrichten. Bis zu 1.000 € pro Person (2.000 € für Paare, Stand 2026) können steuerfrei bleiben — aber nur wenn du ihn auch eingerichtet hast. Wenn du mehrere Broker nutzt, musst du den Betrag aufteilen. Ohne Freistellungsauftrag zahlt die Bank automatisch 25% Abgeltungssteuer ab der ersten Dividende.
Fehler 5: TER des ETFs vernachlässigen
Während du dich wochenlang damit beschäftigst ob der Broker 0,99 € oder 0 € kostet, übersiehst du möglicherweise, dass dein gewählter ETF 0,50% TER hat — statt 0,20% TER beim Konkurrenzprodukt. Der TER-Unterschied von 0,30% macht bei 100.000 € Depotvolumen 300 € pro Jahr aus. Das ist zehnmal mehr als jede Sparplangebühr.
Merke: Erst den richtigen ETF wählen (niedrige TER, guter Index), dann den Broker auswählen.
Depotkosten-Vergleich: Die Vollrechnung
Angenommen: 200 €/Monat Sparplan, 1 ETF (MSCI World, TER 0,20%), 30 Jahre Laufzeit, 7% Rendite p.a.
| Broker | Kosten/Ausführung | Jahreskosten | 30-Jahres-Kosten | Endkapital (geschätzt) |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | 0,00 € | 0 € | 0 € | ~226.500 € |
| ING (Aktions-ETF) | 0,00 € | 0 € | 0 € | ~226.500 € |
| Scalable Free | 0,99 € | ~12 € | ~356 € | ~226.150 € |
| DKB | 1,50 € | ~18 € | ~540 € | ~225.960 € |
| Scalable Prime+ | 4,99 €/Mo Abo | ~60 € | ~1.800 € | ~224.700 € |
Perspektive: Der Unterschied zwischen bester und schlechtester Option in dieser Tabelle beträgt 1.800 € über 30 Jahre — bei einem Endkapital von über 226.000 €. Das sind 0,8% des Endkapitals. Relevant, aber kein Faktor der über Erfolg oder Misserfolg deines Sparplans entscheidet.
Was dagegen wirklich zählt: Hast du 30 Jahre durchgehalten? Hast du in Crashs nicht verkauft? Hast du die Sparrate über die Jahre erhöht?
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FAQ: Neobroker vs. Direktbank
Ist Trade Republic wirklich sicher?
Ja. Trade Republic ist von der BaFin reguliert, ETFs liegen als Sondervermögen — im Insolvenzfall werden sie auf einen anderen Broker übertragen. Das Verrechnungskonto ist bis 100.000 € gesichert. Kein regulatorisches Risiko gegenüber einer Direktbank.
Kann ich später den Broker wechseln?
Ja, jederzeit. Depot-Übertragungen sind kostenlos (beim aufnehmenden Broker) und gesetzlich geregelt. ETFs werden inklusive Einstandskursen übertragen — kein Steuer-Trigger. Dauert 2–4 Wochen. Sparpläne müssen beim neuen Broker neu eingerichtet werden.
Welcher Broker hat die meisten besparbare ETFs?
Comdirect und Consorsbank führen mit 1.500–2.000 besparbare ETFs. Trade Republic und Scalable haben ca. 1.500. ING ca. 900. Für Standard-ETFs (MSCI World, ACWI, S&P 500, EM) sind alle ausreichend.
Lohnt sich Scalable Prime+ (4,99 €/Monat)?
Nur wenn du 5 oder mehr Sparpläne parallel betreibst (dann kostet jeder 0 € statt 0,99 €) ODER wenn du aktiv Aktien handelst und die Flatrate-Orders nutzt. Für einen einzigen ETF-Sparplan: nein.
Muss ich bei meiner Hausbank bleiben?
Nein. Wechsel-Hürden sind minimal, Einlagensicherung greift überall, und kein seriöser Broker wird dich festhalten. Es gibt keinen Grund, bei einer teuren Filialbank einen Sparplan zu führen.
Brauche ich ein separates Konto beim Broker?
Du brauchst ein Depot (für ETFs) und ein Verrechnungskonto (für Ein-/Auszahlungen). Beides eröffnet der Broker automatisch. Das Girokonto für deinen Alltag kann weiterhin bei deiner bisherigen Bank bleiben.
Gibt es Mindestbeträge für den Sparplan?
Trade Republic und Scalable: ab 1 €. ING: ab 1 €. DKB: ab 10 €. Du kannst also mit jedem Betrag starten. Sinnvoll ist ein Betrag, den du monatlich nicht vermisst — und den du langfristig konstant halten kannst.
Was passiert wenn ich die Sparrate erhöhen will?
Jederzeit per App oder Web möglich. Keine Formulare, keine Wartezeiten. Bei allen modernen Brokern in 2–3 Klicks erledigt.
Fazit: Mach einfach — der beste Broker ist der, den du benutzt
Wenn du mich fragst, welcher Broker "der beste" ist, lautet meine ehrliche Antwort: Der, bei dem du wirklich anfängst.
Für die meisten Einsteiger in Deutschland ist Trade Republic 2026 die unkomplizierteste Wahl: kostenlose Sparpläne, marktführende App, Zinsen aufs Cash-Guthaben, alle wichtigen ETFs verfügbar. Eröffnen, Freistellungsauftrag setzen, ETF wählen, Sparplan einrichten — fertig. Das dauert 15 Minuten.
Wenn du bereits ein ING-Girokonto hast: Aktions-ETFs direkt dort besparen, kostet nichts extra, ein Konto weniger.
Wenn du mehr als 5 Sparpläne führst oder aktiv tradest: Scalable Prime+ oder Comdirect vergleichen.
Was du vermeiden solltest: Monatelang recherchieren und vergleichen, während du nicht investiert bist. Der Kostenvorteil eines "optimalen" Brokers gleicht nie die entgangene Rendite eines verspäteten Starts aus. Nicht einmal annähernd.
Jetzt berechnen → — gib deine Sparrate ein und sieh, was nach 20 oder 30 Jahren realistisch drin ist. Dann weißt du, warum es sich lohnt, heute anzufangen — egal bei welchem Broker.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Vergangene Renditen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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